Die Brasilianische oder Das Kreuz des Suedens
Symphonie Nr. I C-Dur

Handlung:

Erster Satz: Guanabara

<Die Bucht von Rio de Janeiro>

Tiefe Kontrabaesse schildern die unendliche Weite des suedatlantischen Ozeans. Aus der Nebelweite taucht wie eine Fata Morgana die Stadt Rio de Janeiro, mit dem gewaltigen Orgelgebirge im Hintergrund, auf. Dazwischen liegen die armseligen Huetten der Cariocas. Ein dreiaktiges Thema erklingt bei den Holzblaesern. Gegenuebergestellt dem pizzikato-Rhythmus der Streicher, die das Hauptthema des ersten Satzes (Hornsolo) unterstuetzen. Gegenueberstellung: Katholische Kirche - Heidentum.

Beide Themen werden durch verschiedene andere Orgelpunkte im Verlauf des Satzes voneinander getrennt. Eine Reihe von Engfuehrungen des Hauptthemas fuehrt bei dreifachem Forte zum Einsatz der <drums idee>, die ueber dem Orgelpunkt C von den Trompeten ehern herausgeschmettert wird.

Der christliche Glaubenslehrer nimmt die Heiden zu sich auf.

Zweiter Satz: DOS DE DEUS

<Finger Gottes>

Hoch aus dem Orgelgebirge ragt fast drohend diese Hand. Sie erinnert unaufhoehrlich an die Gebote des Herrn. Schalmeienhaft beginnt dieser Satz mit einer Cantilene, wie aus einer unsichtbaren Kirche ertoent dieses Motiv, das sich langsam von allen Instrumenten begleitet zu einem Choral entwickelt.

Dritter Satz: COPACABANA

Die Leichtlebigkeit des Volkes, die Geschwaetzigkeit, ewige Lust am Leben, an der Liebe, am Scherzen, am Taenzerischen. Hier wird in umgekehrter Form das Hauptmotiv des ersten Satzes scherzhaft, von folkloristischen anderen Motiven durchgefuehrt bis zu einem finaletto, das kontrapunktisch alle drei Themen verbindet und den Carneval heraufbeschwoert, der jaeh abreisst:
Aschermittwoch.

Vierter Satz: CORCOVADO

Die ungeheuere Christusfigur, die ueberall sichtbar auf einem Felsen ueber die Bucht von Rio ragt. In diesem Satz, der myxolydisch beginnt, entwickeln sich noch einmal die Themen der fessellos gegenueberstehenden Glaeubigen verschiedener Religionen. Man spuert foermlich den Tanz der Geister und die Figur Christi. Das Motiv, von Trommeln angestimmt, steigert sich aus fast lyrischer Zartheit bis zur dramatischen Erregung.

Vom herzschlagenen Paukenrhythmus zum Finale heruebergeleitet, endet die Symphonie.

 

 

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